Heimisches Bahngeschehen

22.11.2019

Skisonderzüge nach Winterberg

Der NWL bietet in diesem Winter zum ersten Mal einen Skisonderzug von Oberhausen nach Winterberg an. Dieser verkehrt an jedem Samstag vom 21.12.2019 bis zum 07.03.2019 und an Rosenmontag. Angesprochen werden für diesen Sonderzug nicht nur Fahrgäste aus dem Ruhrgebiet, sondern sogar aus den Niederlanden, weil in Oberhausen (aus Richtung Arnheim) und in Schwerte (aus Richtung Venlo) die Anschlüsse dazu passend gelegt sind. Der Skisonderzug verkehrt auf der oberen Ruhrtalbahn von Schwerte bis Bestwig ohne Halt und kann mit Fahrkarten des Nahverkehrs benutzt werden. Laut Online Informationen soll es sich um einen lokbespannten Zug handeln. Man darf gespannt sein. Weitere Infos zum Zug gibt es auf www.nwl-info.de . Wünschen wir der Idee viele Fahrgäste und viel Schnee in Winterberg!

218 457-0 setzt am 25.01.2020 in Winterberg um. Foto : Bernd Seebach

 

19.09.2019

Nahverkehrsplan des NWL

Die Eisenbahnfreunde Hönnetal beteiligten sich mit Vorschlägen und  Anregungen an der Erstellung des Nahverkehrsplans Westfalen-Lippe.

Hierbei lag natürlich das Augenmerk bei den EFH auf die RB 54 (Hönnetalbahn). U.a. wurden Anregungen zur weiteren Pünktlichkeit der Hönnetalbahn vorgeschlagen. Auch die Sauberkeit an den Bahnhöfen soll verbessert werden. Weiterhin soll es auch einen personalisierten Verkauf von Fahrscheinen in den Orten entlang der Hönnetalbahn geben.

Entlang der RB 54 muss bei Verspätungen und Ausfällen besser über die verschiedenen Auskunftsmedien (App, Schriftanzeiger auf dem Bahnsteig) informiert werden. Außerdem soll das Zugangebot zwischen Menden und Neuenrade noch weiterhin in den Morgen- und Abendstunden verbessert werden. Auch die Modernisierung wie jetzt in Balve und Neuenrade bei den Bahnsteigen passiert ist, sollte in den nächsten Jahren auch an anderen Haltepunkten weitergeführt werden. Zumal an einigen Bahnsteigen schon jetzt mit kleinen Maßnahmen was erreicht werden könnte. Die vom Pressesprecher Johannes Schmoll verfasste Stellungnahme findet Ihr hier : Stellungnahme NVP NWL 2020.pdf

 

09.07.2019

Schützenum"ZUG" per Hönnetalbahn

Was macht ein Schützenkönig wenn er in Bösperde wohnt, und seine Königin in Neuenrade. Klar er holt sie mit der Hönnetalbahn ab. Aber dies nicht allein, sondern gleich mit einer ganzen Schützengesellschaft. So am Samstag 22.06.2019 geschehen, als Schützenkönig Philipp Wergen vom Schützenverein Holzen-Bösperde-Landwehr 1857, seine in Neuenrade lebende Königin Chantal Degenhardt abgeholt hat. Mit mehr als 100 Schützen ging es von Bösperde mit der Hönnetalbahn nach Neuenrade. Mit viel Musik marschierten dann die Schützen zum Heim von Königin Chantal. Nach flüssiger Stärkung bei Chantal ging es mit ihr zurück zum Bahnhof und mit der Hönnetalbahn nach Bösperde, wo dann das Exerzieren stattfand. Die EFH fanden die Idee von Philipp klasse und unterstützen ihn bei der Planung der Fahrt.

Pfingstverkehr

Auch in diesem Jahr wurden von NWL und DB Regio zusätzliche Fahrten anlässlich der Mendener Pfingstkirmes angeboten. Die Züge verkehrten auf der Hönnetalbahn z.T. bis in die Nacht hinein. So konnte man sich auf der Kirmes problemlos ein Bierchen mehr genehmigen.

 

05.06.2019 

Qualitätsbericht NWL: Hönnetalbahn 2018 weiterhin pünktlich unterwegs - Aber die Ausfälle sind mehr geworden

Der Zweckverband Nahverkehr Westfalen-Lippe (NWL) hat den Qualitätsbericht 2018 für den Bereich Westfalen-Lippe vorgelegt. Wie in den Vorjahren wurde die Qualität des Schienenverkehrs in Westfalen untersucht und veröffentlicht.

Der Bericht zeigt, dass die Hönnetalbahn weiterhin auf hohem Niveau pünktlich fährt. Nach 2016 mit 96,7 %, 2017 mit 97,7 % hat sie 2018 96,9 % Pünktlichkeit erreicht. Damit ist sie die drittpünktlichste Nahverkehrslinie in Westfalen bei den Regionalbahnlinien. Im Bereich Ruhr-Lippe sogar die pünktlichste Linie. Nur im Bereich Siegerland sind die RB 92 und 96 noch pünktlicher unterwegs, während der allgemeine Trend in Westfalen-Lippe bei der Pünktlichkeit leider zurückging.

Bei den Ausfällen gab es allerdings auf der Hönnetalbahn im Jahr 2018 Abstriche. 2,20 % der Fahrten sind nicht vorhersehbar ausgefallen. Nicht vorhersehbare Ausfälle sind z. B. fehlendes Personal, Triebfahrzeugstörungen, aber auch wetterbedingte Ausfälle wie z.B. bei Sturm. Bei den vorhersehbaren Ausfällen (u.a. Baustellen) liegt die Hönnetalbahn bei 0,48 %. Dies liegt im Rahmen. Im Normalfall werden vorhersehbare Ausfälle ja auch durch den Schienenersatzverkehr ersetzt.

Leider ging bei den RE-Linien 17 und 57 der oberen Ruhrtalbahn, die ja in Fröndenberg als Ab- und Zubringer für die Hönnetalbahn dienen, die Pünktlichkeit 2018 zu 2017 noch mal ein wenig zurück. Der RE 17 lag 2017 bei 86,9 %, 2018 sogar nur bei 82,4% der RE 57 lag 2017 bei 81,4 %,2018 in etwa gleich bei 81,1 %. Zufriedenstellend ist dies aber leider nicht.

Die neuen PESA Fahrzeuge die seit Herbst 2018 auf der Hönnetalbahn verkehren und sicherlich die letzten Monate nicht immer zuverlässig fuhren, sind insbesondere bei den Ausfällen ein Grund. Ob es in 2019 eine Kehrtwende bei Zuverlässigkeit und Pünktlichkeit gibt, bleibt abzuwarten.

Im Gegensatz zu RE Linien die das Ruhrgebiet durchfahren, insbesondere auf den Hauptstrecken wo sich die Trassen mit Fernverkehrszügen geteilt werden, sind die Züge auf der Oberen Ruhrtalbahn und Hönnetalbahn deutlich pünktlicher.

Die Bahnhöfe in Westfalen wurden im Qualitätsbericht auch wieder untersucht. Es zeigt sich, dass die Bahnhöfe der Hönnetalbahn insgesamt sauber sind. Die Funktionalität der Bahnhöfe und Haltepunkte lassen aber z.B. in Volkringhausen und Balve noch zu wünschen übrig. Die Eisenbahnfreunde Hönnetal würden sich über einen realistischen Zeitraum von 5 bis 10 Jahren wünschen, dass insbesondere die Bahnsteige im Hönnetal eine einheitliche Bahnsteighöhe und einen einheitlichen Bahnsteigbelag (kein Schotter) bekommen würden.

 

10.03.2019

Verspätungen und Ausfälle auf der Hönnetalbahn. Dazu eine Stellungnahme der Eisenbahnfreunde Hönnetal e.V. durch den Pressesprecher Johannes Schmoll :

Stellungnahme zu den Problemen im „Sauerland-Netz“, also auch der Hönnetalbahn

Eisenbahnfahren ist in den letzten Monaten zu einem Glückspiel geworden. Wer momentan in NRW unterwegs ist, muss feststellen, dass die App „DB-Navigator“ überlebenswichtig geworden ist, wenn man – noch dazu pünktlich – ans Ziel kommen will. Vorbei scheinen die Zeiten, in denen man einfach so zum Bahnhof gehen konnte und verlässlich seinen Zug bekam, mit dem man pünktlich am Zielort eintraf.

Es ist nicht nur ein Eindruck, sondern tagtäglich aufs Neue zu beobachten, dass es im Nah- (und Fern-) verkehr auf der Schiene in NRW – also auch im Hönnetal – alles andere als rund läuft. Irgendetwas ist immer – und seit dem letzten Herbst besonders oft. Defekte Fahrzeuge, defekte Weichen, fehlendes Personal oder manchmal gleich alles zusammen. Wenn dazu noch externe Ereignisse wie Stürme oder Personenschäden dazu kommen, ist das Chaos perfekt. Was ist da schiefgelaufen, gerade bei uns im so genannten „Sauerland-Netz“, das doch doch zwischen 2002 und 2016 so zuverlässig lief?

Es scheinen tatsächlich mehrere Faktoren zu sein, wobei einige im DB-Konzern zu suchen sind und andere eher gesellschaftlicher und/oder politischer Natur sind. Dazu zählen ein verändertes Verhältnis zum Thema Zuverlässigkeit und Risikobereitschaft. Für das Hönnetal trifft alles zu: Fangen wir mit dem neuen Fahrplan an, der von der Absicht gut, aber von der Infrastruktur her sehr ambitioniert ist. In Fröndenberg soll der Reisende aus dem oberen Hönnetal einen schnellen Anschluss Richtung Dortmund haben. Doch die kleinste Kleinigkeit gefährdet diesen Anschluss. Das hängt z.B. mit dem Umstand zusammen, dass man beim Zugang zum Bahnsteig in Menden auf die technische Sicherung des Bahnübergangs am Gleis 2 verzichtet hat (worauf man DB-seitig sogar stolz ist, das Geld dafür gespart zu haben!). In der Folge müssen alle Züge aus Neuenrade, statt direkt auf Gleis 2 einzufahren, sich durch Gleis 4 schlängeln, was nur mit verminderter Geschwindigkeit möglich ist. Das macht rund 1 – 2 entscheidende Minuten aus.

Dann das Thema Fahrzeuge. Die neuen Fahrzeuge der Bauart „PESA-Link“ können tatsächlich den neuen Fahrplan halten – wenn sie zuverlässig funktionieren. Das scheint aber de facto sehr oft nicht der Fall zu sein. Gerade die Zeit vor dem morgendlichen Betriebsbeginn muss bei den Fahrzeugen Fehlfunktionen geradezu herausfordern. Auch das notwendige Kuppeln zu einer Doppelgarnitur scheint eine Herausforderung zu sein. Die Folge: Ausfälle und Verspätungen, von denen Fahrgäste auf allen Strecken des Sauerland-Netzes gleichsam betroffen sind, ob in Neuenrade, Balve, Iserlohn oder Lüdenscheid. Diese Probleme als „Kinderkrankheiten“ der Fahrzeuge abzutun, kann nach rund 6 Monaten Einsatz im Plandienst nicht mehr so recht verfangen. Technische Lösungen müssten angesichts der Tatsache, dass die PESA-Fahrzeuge auch in anderen Bundesländern bereits länger fahren, längst gefunden sein. Und wenn nicht, wo sind Ersatzfahrzeuge?

Die lakonische Computerstimme, die als Bahnsteigdurchsage um „Entschuldigung“ bittet (sofern sie es dann macht), kommt den frustrierten Reisenden, die zu spät zur Schule oder Arbeit kommen, fast als Verhöhnung vor.

Das ist auch gleich das nächste Ärgernis. Die mangelhafte Information. Manchmal gibt die DB-App an, ob der Zug fährt und pünktlich ist, morgens aber sehr oft nicht. Und Alternativen gibt es dann oft genug auch keine. Den Fahrdienstleitern in Menden und Fröndenberg hat man ja leider längst die Möglichkeit genommen, Bahnsteigdurchsagen zu machen, so dass auch diese wichtige Informationsmöglichkeit verbaut ist. Fahrdienstleiter gehören zur DB Netz, die Reisendeninformation ist Sache von DB Station&Service.

Damit kommen wir zu einem wesentlichen strukturellen Problem, das sich auch im Thema Zugverspätungen, Zugausfällen und im Umgang damit offen zeigt. Zum einen hat man die Zuständigkeiten derart differenziert, dass an einem Problem mitunter mehrere Unternehmenstöchter der DB umständlich beteiligt sind. Man denke hier nur an das Thema der Information des Reisenden. Zum anderen scheinen aber auch innerhalb der DB-Töchter die Strukturen der Verantwortlichkeiten derart reguliert worden zu sein, dass sich der Einzelne entweder nicht mehr traut klare Entscheidungen zu treffen – oder es sogar gar nicht mehr darf.

Der berühmte „kleine Dienstweg“ konnte früher so manches Problem unbürokratisch lösen, bevor es überhaupt entstand. Das geht heute nicht mehr. Alles ist klaren, nachvollziehbaren und vor allem berechenbaren Abfolgen (Prozessen) unterworfen. Das macht in der Theorie Sinn, in der Praxis führt das aber dazu, z.B. bei einer Störung den leichtesten Weg zu wählen. Der heißt dann oft „Ausfall“. Das ist kostengünstiger!  Der Kunde muss dann eben selbst sehen, wo er bleibt. Dessen Kosten deckt theoretisch eine Mobilitätsgarantie – aber mal ehrlich. Wer nimmt die schon in Anspruch? Und die Tankrechnungen des Kunden, der dann auf den eigenen PKW umsteigen muss, den zahlt das Verkehrsunternehmen natürlich nicht!

Ach ja, da ist natürlich auch noch das Problem der Personalknappheit. Auch hier spielen betriebswirtschaftliche Fehleinschätzungen eine Rolle, wenn z.B. die Personaldecke aus Kostengründen „auf Kante“ genäht ist. Krank werden darf da keiner.

Was können wir Fahrgäste tun? Aktiv werden, d.h. beschweren und immer wieder beschweren und zwar beim zuständigen Zweckverband Ruhr-Lippe (ZRL) in Unna, der die Zugleistungen bestellt und bezahlt.

Außerdem: Die Mobilitätsgarantie, die es auch im Westfalentarif gibt, konsequent ausschöpfen! Nur über diese Hebel geht es. Wenn wir als Fahrgäste das alles kommentarlos schlucken oder erst gar nicht mehr mitfahren, zerstören wir im Extremfall das gute und ökologisch wichtiges Verkehrsmittel Hönnetalbahn – mal ganz davon abgesehen, dass das morgendliche Autofahren keinen Deut angenehmer ist.

Wir haben als Eisenbahnfreunde Hönnetal e.V. in langen Jahren im Hönnetal einen modernen Schienenpersonennahverkehr erkämpft. Der Fahrplan von heute war noch nie so gut, die Fahrzeuge modern und ansprechend. Aber was nützen Pläne, die nur auf dem Papier funktionieren, in der Praxis aber zu oft scheitern? Die Fahrgäste, egal ob Pendler, Schüler oder Freizeitreisende möchten pünktlich und zuverlässig ans Ziel gebracht werden. Mehr nicht.

Was ist neuerdings so schwer daran, genau diese einfache Leistung zu erbringen?

Johannes Schmoll

Pressesprecher